Geschichte des VfB

VfB Hafenlohr – Vereinsgeschichte

Anlässlich des 50jährigen Gründungsfestes im Mai 1981 wurde vom VfB Hafenlohr eine Chronik über sein Werden und seine Entwicklung heraus gebracht, dargestellt von Otmar Bilz. Aus dieser Chronik wurden Daten und Zahlen übernommen und mit Ereignissen nach 1981 ergänzt.

Schon vor 1931 betätigten sich junge Hafenlohrer an sportlichen Wettkämpfen bei den Nachbarvereinen in Marktheidenfeld und Rothenfels. Vielleicht zeigte sich der Hafenlohrer Gemeinderat deshalb gegenüber der Stadt Rothenfels recht entgegenkommend und beschloss am 22. April 1925 „Es wird vom Gemeinderat Hafenlohr anerkannt, dass ein Sportplatz im Maintal bei Rothenfels der Jugend hiesiger Gegend zwecks Körperpflege (!) und Jugenderziehung Not tut und verzichtet auf den Futterertrag der hierzu erforderlichen Wiesen.“ Gemeint war der Rothenfelser Sportplatz, der damals linksmainisch auf den Wiesen unterhalb der noch nicht gebauten Staustufe war. Weniger hilfsfreudig zeigte sich der Gemeinderat gegenüber dem Sport in der eigenen Gemeinde. Sportliche Betätigung galt eher als Faulenzerei.

Dennoch gab es bereits 1921 in Hafenlohr einen „Fußballclub“. Dieser richtete nämlich an den Gemeinderat (21. 04. 1921) die Bitte um Zuweisung eines Spielplatzes. Die Ratsherren beschlossen, das Gesuch an den Fürsten weiter zu reichen. Damit war die Sache offenbar erledigt, doch das zarte Pflänzchen ging trotzdem nicht ein. Am 26. Oktober 1924 lag der Gemeinde wieder ein Antrag auf Bereitstellung eines „Turnplatzes“ vor. Es wurde beschlossen, „die Beschaffung eines geeigneten Platzes im Auge zu behalten“. Am 15. März 1925 wurde nachgebohrt, die Räte stellten das Gesuch zurück, da kein freies Grundstück zur Verfügung stehe. Sobald die Wiederverpachtung des Hertleinsgutes erfolge, werde eine passende Wiese in Aussicht genommen. Aber 1926 wurde das gesamte Hertleinsgut auf zwölf Jahre neu verpachtet, von einem Sportplatz war keine Rede.

Erst am 18. Juli 1929 beschloss der Gemeinderat „Dem Turnverein Hafenlohr wird der Dreschplatz zum Sportplatz außerhalb der Dreschzeit, in stets widerruflicher Weise unentgeltlich zur Verfügung gestellt. Änderungen an der Halle und den Wiesen dürfen nicht gemacht werden“. Voll Stolz bewiesen die jungen Leute auf diesem Turnplatz ihr Können: Es wurde Faustball gespielt, ein Reck stellte man auf und übte Weit- und Hochsprung. Zur Winterzeit turnte man im Ankersaal. Vorstand waren Schneidermeister A. Heimbach und Brauereibesitzer Joseph Englert. Johann Bilz nahm an einem Vorturnlehrgang an der Bayerischen Landesturnanstalt in München teil.

Doch bald gab es Querelen, die einerseits dazu führten, dass sich im März 1931 der Turnverein auflöste, andererseits sich ein Sportverein etablierte, der auf dem linken Mainufer – Zieglerswiesen, gegenüber dem heutigen Schirrhof – einen recht regen Fußballbetrieb in Gang setzte. In eifriger Selbsthilfe der Mitglieder wurde dort ein regelrechter Sportplatz angelegt. Bereits am 14. Juli 1931 wurde festgestellt, dass nun die Schuljugend auf dem Sportplatz turnen könne und der Gemeinderat beschloss, die Kosten für die Überfahrt der Schüler zum Turnen zu übernehmen. – Kostenfreiheit des Schulweges in der Gemeinde Hafenlohr schon vor nunmehr 75 Jahren! – Außerdem wurde dem Sportverein ein jährlicher Zuschuss von 100 Reichsmark für die Benutzung des Sportplatzes durch die Schuljugend am 28. Januar 1932 gewährt. Das plötzliche positive Verhältnis des Gemeinderates war auf zwei Gründe zurückzuführen. Der Vorstand des Vereins war Mitglied des Gemeinderates und 2. Bürgermeister geworden und die körperliche Ertüchtigung des deutschen Volkes zum Zwecke besserer Wehrhaftigkeit wurde bereits mehr und mehr propagiert. 

Marianne Riedel (16. 12. 2006)
Quellennachweis: Chronik des VfB Hafenlohr e.V. von 1981;

Daten und Zahlen zum Start des Sportvereins im Jahr 1931

Im Mai 1931 wurde in Hafenlohr der „Sportverein“, der Ahnherr des heutigen VfB, gegründet. Es war nun zum ersten Mal ein Verein entsprechend den Regelungen des BGB. Als dessen Vorstand ist ausgewiesen:

Hans Buyten, 1. Vorsitzender, Josef Dürr, 2. Vorsitzender, Heinrich Thümig, Schriftführer und Johann Bilz, Kassier.

Dem Verein gehörten 77 Mitglieder an, von denen 68 bei der Vereinseröffnung beigetreten waren. Die Aufnahmegebühr betrug zunächst 1,- RM, der monatliche Beitrag 0,50 RM.

Stundenlohn für einen Arbeiter im Wegebau: zwischen 0,25 und 0,30 Reichsmark schwankend; der Holzfäller im Gemeindewald bekam einen Tagelohn von 2,50 RM und für einen Tag Arbeiten im Bullenstall wurden 2,- RM bezahlt. Eine Wirtshausrechnung aus dem Gasthaus „Anker“ von Georg Deboy sah so aus: 3 Schoppen neuer 0,60 und 1 Portion Wurst 0,45 ergibt 1,05 RM. Rund vier Stundenlöhne für einmal Ausgehen!

Der Sportverein trug regelmäßig seine Verbandsspiele in der B-Klasse aus und genoss, wie die Zeitungsberichte auswiesen, im unterfränkischen Raum gehörig Beachtung. 1932 wurde von der Gemeinde die Zieglerswiese gegen eine Gebühr von 10,- RM an den Sportverein verpachtet.

Unterdessen hatte sich das Hitler-Regime durchgesetzt, es herrschte große Arbeitslosigkeit und viele junge Leute wurden zum Reichsarbeitsdienst und Wehrdienst eingezogen. Am 16. März 1935 wurde die allgemeine Wehrpflicht eingeführt. Damit waren die aktiven Mitglieder des Sportvereins aus dem Verkehr gezogen. Am 2. März 1937 beschloss der Gemeinderat den Sportplatz weiter zu verpachten, nachdem der Sportverein nicht mehr existierte. Damit endete der Sportbetrieb auf der anderen Mainseite.

Die NS-Führung legte größten Wert auf die körperliche Ertüchtigung des Volkes und verpflichtete deshalb die Gemeinden, Sportgelände für die Schuljugend und die Betriebssportgruppen bereit zu stellen. Auch das Paidiwerk musste seiner Belegschaft sportliche Betätigung ermöglichen. Es gab da eine „Werksmannschaft“. 1939 wurde der Gemeinde nahe gelegt, Sportgelände zu schaffen. Der Gemeinderat beschloss deshalb am 6. April 1939 einstimmig „Die seitherigen Inhaber der zum Sportplatz benötigten Hofwiesen erhalten bis auf weiteres je einen halben Morgen im Kreuzberg. Die Firma Paidiwerk hat als Pachtanteil jährlich 40,- RM an die Gemeinde zu zahlen. Die Schule hat jederzeit das Recht, den Sportplatz zum Turnunterricht zu benutzen.“ Beste, ortsnahe Wiesen hatte man nun dem Sport gewidmet, obwohl es einen Sportverein gar nicht mehr gab.

(Quellennachweis Chronik des Vereins von 1981)

Die Geburtsstunde des VfB Hafenlohr e. V. 1946

Der Beschluss des Gemeinderates 1939, ein Sportgelände auszuweisen, war zwar unter dem Druck der Zeitverhältnisse erfolgt, hatte aber zum Ergebnis, dass dieses Areal bis heute als Sportplatz dient. Denn, wie selbstverständlich, begann der Sportbetrieb 1946 auf diesem Platz, der Zug um Zug zum heutigen Spiel- und Sportgelände ausgebaut und erweitert wurde. Josef Dürr und Robert Schwab zimmerten im Hof der Schreinerei Franz Schwab Fußballtore, deren Aufstellung auf dem Sportplatz an der Marktheidenfelderstraße symbolhaft das Wiedererstehen des Sportvereins darstellte.

Am 29. April 1946 wurde im Gasthaus zum Roß von den ca. 30 anwesenden Ortsansässigen ein neuer Sportverein mit dem Namen „Verein für Bewegungsspiele“ gegründet. Gewählt wurden: zum 1. Vorsitzenden Herbert Teichert, zum 2. Vorsitzenden Josef Dürr, zum Kassier Robert Schwab und zum Schriftführer Georg Engelhardt. Eine neue Satzung wurde erarbeitet.
1947 wurde der Verein durch das Landratsamt, d. h. die amerikanische Militärregierung lizenziert.

Zunächst gab es nur eine Fußballmannschaft, dann kamen noch die Sparten Damenhandball und Damenleichtathletik dazu. Faustball und Geräteturnen wurden ebenfalls gepflegt. Nach und nach weitete sich der Sport offiziell auf mehrere Disziplinen aus. Es war die Wiedergründungsversammlung 1946, die erklärte, mit der Bezeichnung „Verein für Bewegungsspiele“ einen Verein für breit gefächerten Sport ins Leben zu rufen, wie es bereits 1931 beabsichtigt war.

Nach dem ungeschriebenen Gesetz des ewigen Auf und Ab drohte 1963/64 ein Einschlafen des Vereins. Zu einem Neubeginn kam es am 1. Juni 1965; zum Vorsitzenden wurde Willy Schwind gewählt.

Fünfzig Jahre nach der ersten Gründung – im Jahre 1981 – hatte der VfB zwei Männerfußballmannschaften und vier Jugendmannschaften, eine Faustballabteilung, drei Gymnastikgruppen, eine Damenhandballmannschaft, eine Leichtathletik-Jugend, zwei Tischtennismannschaften Erwachsene und zwei Jugendmannschaften sowie eine Tennisabteilung.

2006 spielen im Verein: 1. und 2. Mannschaft Fußball, Altherrenfußball, sechs Jugendmannschaften. Je eine Tischtennis-Herren- und –Jugendmannschaft und eine Rugby-Herrenmannschaft. Außerdem gibt es eine Altherrengymnastik, zwei Damengymnastikgruppen und Kinderturnen ab Kindergartenalter.

1931 gehörten 77 Mitglieder dem Verein an, 1946 gründeten 30 Personen den VfB und 1981 hatte der Verein 490 Mitglieder. Bei der Jahreshauptversammlung im März 2006 betrug der aktuelle Mitgliederstand 478 Personen. Über die aktuellen Ereignisse im Jahr 2006 gibt es gesonderte Berichte.

Bauprojekte des VfB Hafenlohr e. V. 

Bis in das Jahr 1967 war der Sportplatz an der Marktheidenfelder Straße unumstritten. Mit zunehmender Bedeutung des Schulsports jedoch und der Ausweitung des Sportbetriebes des VfB musste eine gründliche Überprüfung der Platzfrage erfolgen. Nach eingehenden Diskussionen – auch in Bürgerversammlungen – entschloss man sich zum Ausbau des bestehenden Sportplatzes. Ohne langes Zögern erwarb die Gemeinde die Sandwiesen zwischen Sportplatz und Main, der VfB begann sofort mit vereinten Kräften mit dem Ausbau. 1969 war der Sportplatz fertig.

Am 10. September 1970 wurde in einer Mitgliederversammlung der Bau eines Sportheimes an der Marktheidenfelder Straße beschlossen. Der Rohbau war bereits am 19. November 1970 unter Dach. Unverdrossen ging es an den Innenausbau, der auch von Hafenlohrer Handwerksbetrieben und Firmen großzügig gefördert wurde. Mitglieder und Freunde hatten insgesamt 3963 freiwillige Arbeitsstunden geleistet. Die Bewirtung erfolgte durch Edgar und Irmtrud Ritter sowie Alfred Ritter.

Vervollständigt wurde das Sportgelände 1973 mit dem Bau des Hartplatzes (Tennisplätze) nördlich des Fußballplatzes und der Anlage eines Kinderspielplatzes daneben im Jahre 1980/81.

Die sportlichen Möglichkeiten in Hafenlohr wurden auch von der Gemeinde entscheidend durch den Bau der Sporthalle verbessert, die 1975 fertig gestellt wurde. Außerdem erfolgte die Anlage eines Allwetterplatzes mit Laufbahn 1980/81 im Schulgelände.

Die Umgestaltung des Tennisplatzes zu einem Jugendtrainingsplatz wurde 1997 angeregt und 1998 in die Tat umgesetzt, nachdem durch den Mainausbau Übungsfläche verloren gegangen war.

Im Jahr 2000 wurde mit der Planung zum Umbau des Sportheimes begonnen. Geschaffen wurden inzwischen neue Umkleideräume, ein besserer Schiedsrichterraum und ein Geräteraum. Die Küche wurde vergrößert und der ehemalige Schiedsrichterraum zum Kühlraum umgebaut. Der Gastraum erhielt neue Fenster und eine Bewirtungspergola wurde errichtet.

Angedacht war auch die Errichtung eines zusätzlichen Sportplatzes, da der Ausweichplatz in der Großen Au noch von Freizeitmannschaften mitbenutzt wird. Dieses Projekt konnte aus verschiedenen Gründen nicht verwirklicht werden. Nach der Auflösung des FC Germania Windheim nutzt der VfB Hafenlohr nun das Sportgelände an der Festhalle in
Windheim für Trainingseinheiten und Punktspiele.